3-fach-Isolierglas mit Dünnglas: Neue Möglichkeiten in der Sanierung bestehender Fenster

Sarah Hummelsberger on 13.08.26, 09:18
Sarah Hummelsberger

Wenn bestehende Fenster energieeffizienter werden sollen, stoßen klassische Lösungen oft an Grenzen. 3-fach-Isolierglas mit Dünnglas ermöglicht hier eine Verbesserung des thermischen und akustischen Isolationswertes mit minimalem Eingriff – bei gleichzeitig hoher Performance. 

Wie Dünnglas iM 3-fach-ISOLIERGLAS neue Möglichkeiten schafft

Die Anforderungen an die Energieeffizienz steigen kontinuierlich – gleichzeitig bleibt im Gebäudebestand oft wenig Spielraum für konstruktive Änderungen. Insbesondere bei bestehenden Fensterrahmen, großen Glasflächen oder im denkmalgeschützten Bereich ist der Austausch kompletter Systeme häufig aufwendig, wirtschaftlich nicht sinnvoll oder sogar nicht erlaubt.

Hier bietet der Einsatz von Dünnglas in 3-fach-Isolierglas eine praktikable Alternative. Besonders bei der Sanierung bestehender Fensterrahmen, die ursprünglich für 2-fach-Isolierglas ausgelegt wurden, ist die verfügbare Einbautiefe  begrenzt. Durch den Einsatz von 1 mm Dünnglas anstelle eines herkömmlichen 4 mm Mittelglases lassen sich 3 mm Elementdicke einsparen. Diese gewonnene Einbautiefe kann für breitere Scheibenzwischenräume genutzt werden. Größere Scheibenzwischenräume verbessern die Wärmedämmung und ermöglichen gute Ug-Werte trotz kompakter Bauweise. So lässt sich ein leistungsfähiges 3-fach-Isolierglas in bestehende Rahmen integrieren, ohne Änderungen an der Rahmenkonstruktion vornehmen zu müssen.

Dünnglas vereint damit mehrere Vorteile: geringeres Gewicht, reduzierte Elementdicke und eine hohe Energieeffizienz – insbesondere bei Renovierungsprojekten, bei denen die vorhandenen Rahmen weiter genutzt werden sollen.

 

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Zentrale Vorteile der Dünnglas-Technologie 

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der einfachen Umsetzbarkeit: In vielen Fällen reicht es aus, die bestehende Verglasung zu ersetzen. Dadurch entstehen weniger Eingriffe in die Gebäudestruktur – ein Argument, das sowohl im privaten Wohnbau als auch bei sensiblen Projekten von Bedeutung  ist.
 
  • Minimaler Eingriff: Oft ist nur ein Glastausch notwendig
  • Kosteneffizienz: Reduzierter Aufwand im Vergleich zum Komplettaustausch
  • Erhalt der Bausubstanz: Bestehende Elemente bleiben erhalten
  • Energieeffizienz: Verbesserung der thermischen Performance ohne konstruktive Änderungen

Typische Einsatzbereiche

  • Sanierung von Bestandsgebäuden
  • Anwendungen im Denkmalschutz
  • Wohnbau mit großflächigen Verglasungen
  • Austausch von Glas bei bestehenden Fenstern ohne Rahmenwechsel

 

Auswahl des richtigen Dünnglases

Dünnglas ist nicht gleich Dünnglas. Neben dünnen Standardgläsern (Kalk-Natron-Glas) bis zu einer Dicke von 1mm, stehen noch dünnere Gläser aus Boro-Aluminiumsilikat-Glas im Dickenbereich von 0,5 mm am Markt zur Verfügung. Boro-Aluminiumsilikat-Glas weist durch seine spezielle Glaszusammensetzung und Herstellungsprozess, auch ohne Vorspannen, eine sehr hohe Stabilität auf. Nachteilig ist dabei das Thema des Umganges mit Glasabfällen während der Verarbeitung und des Recyclings am Ende der Lebensdauer. Eine Sortenreinheit der unterschiedlichen Glasarten ist zwingend erforderlich, um das Glas  einem Recycling-Prozess zuzuführen.

Die Verwendung von Dünnglas aus herkömmlichem Kalk-Natron-Glas ermöglicht ein gemeinsames Recycling mit den beiden Außengläsern und trägt dazu bei, die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Zu beachten bei dieser Variante ist, dass ein Vorspannen des Glases notwendig  wird. Hier sind lokale sowie länderspezifische Vorgaben aus Baurecht und Normen einzuhalten.

 

Herausforderungen bei Dünnglas-Verarbeitung im 3-fach-Isolierglas

Die Integration von Dünnglas in 3-fach-Isolierglaseinheiten stellt erhöhte Anforderungen an den gesamten Produktionsprozess. Während die grundlegende Struktur einer 3-fach-IG-Einheit erhalten bleibt, wirken sich die reduzierten Glasdicken auf nahezu alle Verarbeitungsschritte aus.

Dünnglas wird in 3-fach-Isoliergläsern grundsätzlich als Mittelscheibe eingesetzt und mit geringeren Abmessungen als die beiden Außenscheiben gefertigt. Dazu muss die Mittelscheibe im Produktionsprozess leicht angehoben werden (vergleichbar mit dem Produktionsprozess von 4-Seiten Stufenelementen), damit die Kante der Mittelscheibe vollständig in den Randverbund eingebettet und nach der Fertigung nicht mehr sichtbar ist. Diese Ausführung schützt das Dünnglas vor mechanischen Belastungen im Kantenbereich und stellt die langfristige Funktionssicherheit der Isolierglaseinheit sicher.

 

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1. Handhabung und Transport

Dünnglas reagiert deutlich sensibler auf mechanische Belastungen als Standardglas. Bereits in der innerbetrieblichen Logistik ist daher ein angepasstes Handling notwendig:
  • Reduzierte Kontaktkräfte bei Greifern und Transportelementen
  • Optimierte Beschleunigungs- und Verzögerungsprofile
  • Minimierung von Mikroverformungen und Vibrationen
  • Vermeidung von Kantenbeschädigungen
Herausforderung: Die geringere Steifigkeit führt dazu, dass Glasscheiben schneller durchbiegen können. Das erfordert eine präzisere Prozessführung und gegebenenfalls angepasste Auflage- und Führungssysteme.
 

2. Wasch- und Reinigungsprozess

Auch im Waschprozess spielt die Materialdicke eine entscheidende Rolle:
  • Feinjustierung von Bürstendruck und -härte
  • Angepasste Trocknungsparameter zur Vermeidung von Verzug bis hin einer unkontrollierten Bewegung der Scheibe
  • Sicherstellung einer gleichmäßigen Oberflächenqualität
Herausforderung: Zu hoher mechanischer Druck kann zu Oberflächenschäden oder Spannungen führen, während eine zu geringe Reinigung die Qualität der späteren Verklebung beeinträchtigt.
 

3. Abstandhalter- und Montageprozess

Beim Aufbau der Isolierglaseinheit ergeben sich weitere Anforderungen:
  • Präzise Positionierung der Scheiben trotz geringerer Eigenstabilität
  • Exakte Ausrichtung der Abstandhalter
  • Sicherstellung gleichmäßiger Scheibenabstände
Herausforderung: Dünnglas weist eine höhere Flexibilität auf, wodurch das Risiko von Verformungen während der Applikation des Abstandhalters steigt. Dies muss durch kontrollierte Prozessparameter verhindert werden.
 

4. Gas-Befüllung und Versiegelung

Die hermetische Abdichtung ist ein zentraler Qualitätsfaktor:
  • Gleichmäßiger und positionsgenauer Auftrag von Primär- und Sekundärdichtstoffen
  • Vermeidung von lokalen Spannungen im Randverbund
  • Einschluss der dünnen Mittelscheibe in den Sekundärdichtstoff
Herausforderung: Durch die geänderte Statik der Einheit reagieren Dünnglas-Konstruktionen sensibler auf thermische Beanspruchungen und Spannungen im Randverbund. Die Verwendung geeigneter Dünngläser und eine saubere, reproduzierbare Versiegelung sind daher entscheidend.
 

5. Qualitätskontrolle und Prozessstabilität

Die Kombination aus reduzierter Dicke und hoher Anforderungen an die Endqualität macht eine durchgängige Qualitätskontrolle notwendig:
  • Optische Inspektion auf Verformungen und Oberflächenfehler
  • Kontrolle der Geometrie und Parallelität
  • Langzeitstabilität der ISO-Einheit

 

 

Verfügbarkeit & weitere Informationen

Die Verarbeitung von 3-fach-Isolierglas mit Dünnglas ist Teil moderner Isolierglaslösungen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Auch LiSEC bietet hier entsprechende Lösungen. Für projektspezifische Anforderungen oder technische Details stehen weiterführende Informationen und Ansprechpartner zur Verfügung:👉 https://www.lisec.com/de/kontakt/

Fazit
3-fach-Isolierglas mit Dünnglas eröffnet neue Möglichkeiten in der Sanierung – technisch anspruchsvoll in der Verarbeitung, aber mit klaren Vorteilen in der Anwendung. Entscheidend ist die präzise Abstimmung aller Prozessschritte, um eine stabile und nachhaltige Qualität sicherzustellen.

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